Fasnacht feiern? Gerne! Und sicher…

Kinder- und Jugendreferat der Stadt Waldshut-Tiengen führt erstmals Präventionskampagne zum Thema K.O.-Tropfen und Alkoholmissbrauch durch

Viele soziale Einrichtungen unterstützen die Stadt im Netzwerk

Zum ersten Mal startet das Kinder- und Jugendreferat Waldshut-Tiengen eine Kampagne, die sich um K.O.-Tropfen und Alkoholmissbrauch dreht. Beides sind vor allem zur Fasnachtszeit  große Themen. “Wir wollen niemandem den Feier-Spaß vermiesen”, so Silke Padova, Leiterin des Kinder- und Jugendreferats. “Doch neben der Feierlaune sehen wir eben auch die negativen Begleiterscheinungen: während und nach der Party. Und diesen wollen wir entgegenwirken.”

Brandaktuell in den Medien: das Thema K.O.-Tropfen. Nicht nur Freiburg ist immer noch schockiert von dem schrecklichen Vorfall, bei dem die sogenannte Vergewaltigungsdroge verwendet wurde. Unauffällig können die farb- und geruchlosen Tropfen von den Tätern ins Getränk gemischt werden, um ihre Opfer zuerst willenlos und dann bewusstlos zu machen. Hiervon sind nicht nur junge Mädchen und Frauen betroffen. Auch Männer würden immer häufiger Opfer dieser Droge, so Jürgen Spill, Polizeikommisar des Polizeipräsidiums Freiburg, Referat Prävention (Standort Waldshut-Tiengen). Vor allem zur Fasnachtszeit würden immer häufiger Fälle von K.O.-Tropfen-Missbrauch gemeldet, auch wenn von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen wird. Oft schämen sich die Opfer oder schieben die Erinnerungslücke auf zu hohen Alkoholkonsum.

Durch das Präventionsprojekt will das Kinder- und Jugendreferat Jugendliche und alle weiteren Feierfreudigen dabei unterstützen gut zu feiern, und gleichzeitig gesund und munter wieder nach Hause kommen. Plakate, Flyer und Postkarten zum Thema wurden mit der Bitte um Unterstützung an die ortsansässigen Narrenvereine und Alkoholverkaufsstellen versendet. Denn vor allem Erwachsene sind als Vorbilder gefordert, an denen sich der Nachwuchs orientieren kann. “Wir wissen, dass in den Läden, in denen Alkohol gekauft werden kann, auf das Jugendschutzgesetz geachtet wird”, so Nikola Rupp, die im Rahmen ihres Studienpraktikums für das Projekt verantwortlich ist. Gleichzeitig will das Kinder- und Jugendreferat die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Verantwortung sind, so gut es geht unterstützen. Es soll also nicht an Info-Material mangeln.

“Dann stellten wir unsere Idee in einem Arbeitskreis vor. Und alle Kolleginnen waren sofort begeistert, und unterstützen unser Projekt”, so Padova. Mit dabei sind nun neben dem Polizeipräsidium Freiburg, Referat Prävention (Standort Waldshut-Tiengen), die Schwangerschaftsberatung “donum vitae Hochrhein e.V.”, das Diakonische Werk Hochrhein, “IN VIA – Verband für Mädchen und Frauensozialarbeit”, das Frauen und Kinderschutzhaus Kreis Waldshut e.V. , die Kommunale Stelle für Gleichstellung, sowie der kommunale Suchtbeauftragte des Landkreises Waldshut, der Baden-Württembergische Landesverband für Prävention und Rehabilitation gGmbH- Waldshut, wie auch das das Deutsche Rote Kreuz (Waldshut e.V.).

“Auch die von uns angeschriebenen Narrenvereine haben sofort ihre Unterstützung zugesichert”, so Rupp. “Wir sind ganz überwältigt von den positiven Reaktionen. Denn letztendlich wollen alle ausgelassen und gleichzeitig sicher feiern.”

Hier noch ein Paar Informationen zu K.O. – Tropfen:

Wie wirken K.O.-Tropfen?

  • Wirkung tritt nach ca. 10 – 20 Minuten ein
  • Anfangs leicht zu verwechseln mit Gefühl von Betrunken sein (plötzliche Übelkeit, Schwindel, dann auch enthemmend und euphorisierend), Opfer werden willenlos und manipulierbar, bis zur plötzlichen Müdigkeit und Bewusstlosigkeit für mehrere Stunden
  • Filmriss beim Aufwachen (extrem „verkatert“, keine konkreten Erinnerungen mehr)
  • Achtung: Alkohol verstärkt die Wirkung! Gefahr der Atemlähmung!

Wie können Sie sich schützen?

  • Lassen Sie Ihr Getränk nie unbeaufsichtigt stehen!
  • Offene Getränke in Gläsern so gut es geht Abdecken / zuhalten!
  • Getränke nicht von unbekannten Personen annehmen, immer selbst bestellen und entgegennehmen
  • Gemeinsam sind Sie stark! Passen Sie gegenseitig auf sich und ihre Gläser auf!

Sie haben K.O.-Tropfen verabreicht bekommen – was können sie tun?

  • Schnelles Handeln! Tropfen lassen sich in Blut und Urin nur kurz nachweisen (max. 8-12h nach Einnahme)
  • Schnellstmöglich Krankenhaus oder Arzt aufsuchen und bei der Polizei Anzeige erstatten
  • Vor Ort gibt es bei vielen Fasnachtsveranstaltungen eine Unfallhilfsstelle des DRK, an der Hoorigen Mess im Feuerwehrgerätehaus in Tiengen, Molkereistr. 2
  • Notruf: Polizei 110 oder Notarzt 112,
  • Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016
  • erste Anlaufstellen für Mädchen und Frauen in Notsituationen:
    • Beratungsstelle COURAGE Hauptstraße 42b in Lauchringen, 07741 / 808 22 77
    • IN VIA Rheinstr. 55 in Waldshut, 07751 / 897 236
    • DONUM VITAE Rheinstr. 8 in Waldshut, 07751 / 898 237

 

Weitere Informationen und Links rund ums Thema K.O.-Tropfen finden Sie hier auf dieser Website und bei Frau Nikola Rupp | Studentische Praktikantin im BA Soziale Arbeit | Stadtverwaltung Waldshut-Tienge | Kinder- und Jugendreferat, Kaiserstr. 28-32 | 79761 Waldshut-Tiengen | Tel. 07751/833-148, Mail: student@wtjugend.de

 

Pressetermin_K.O.-TropfenpräventionFasnacht_Kijure

 

 

Von links unten: Heidi Maier (Narrenmutter der Bürger- und Narrenzunft 1503 Tiengen e.V.), Dr. Philipp Frank (Oberbürgermeister der Stadt Waldshut-Tiengen), Joe Keller (Zunftmeister der Narro-Zunft 1411 Waldshut e.V.), Anette Klaas (Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Waldshut)

Von links oben: Nikola Rupp (Studentische Praktikantin und Leiterin des Projekts im Kinder- und Jugendreferat der Stadt Waldshut-Tiengen), Herr Peter Grimm (bwvl gGmbh– Dorgenprävention Waldshut), Marlies Sonntag (Geschäftsführerin Frauen- und Kinderschutzhaus und Frauenberatungsstelle COURAGE Kreis Waldshut e.V.), Hans Werner Schlett (Stellv. Vorsitzender des Kreisverbands und Kreisbereitschaftsleiter des DRK Waldshut), Markus Wesner (Sparkasse Hochrhein, Vertreter der Aktionsgemeinschaft Tiengen e.V.), Karl Meier (Bürger- und Narrenzunft 1503 Tiengen e.V.), Silke Padova (Leiterin Kinder- und Jugendreferat der Stadt Waldshut-Tiengen)